Miesester Artikel zur Krise in der Ukraine von Clemens Wergin

„Journalist“ ist kein geschützter Beruf, und jeder, der sich dazu berufen fühlt oder sonst keinen Job bekommt, darf sich so nennen. Ok… Und dass jeder seine Meinung kundtun kann, und sagen und schreiben was er will, ist eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Gesellschaft. Aber dass ein Ressortleiter Ausland derart bodenlosen Schwachsinn verzapfen darf, ohne sich Sorgen machen zu müssen, vor die Tür gesetzt zu werden, stimmt bedenktlich.

Was Clemens Wergin in einem seiner miesesten Artikeln meint kundtun zu müssen, ist einfach nur unglaublich verdreht.

Erste Behauptung: Russland hat nur auf einen günstigen Moment gewartet, sich einen Teil der Ukraine einzuverleiben Zitat Wergin: „Russland hat wohlüberlegt zugeschlagen in einem Moment, in dem die Ukraine so schwach war, wie sie es seit ihrer Wiedergeburt noch nicht gewesen ist.

Dass sich der Westen, entgegen seinen Versprechen als Bedingung zur Wiedervereinigung Deutschlands, weit in Russland Einflusssphäre hinein bis an dessen Landesgrenzen mit Nato und EU ausgedehnt hat, wird geflissentlich übersehen. Russland hat dem Treiben relativ gelassen, d.h. ohne allzuviel Säbelrasseln zugesehen. Ich bin mir absolut sicher, dass am Sturz von Janukowitsch die EU zumindest fördernd mitgewirkt hat, und genauso sicher, dass unserer Gurkentruppe die Sache völlig außer Kontrolle geraten ist. Kein Wunder bei Akteuren wie Julija Timoschenko, die sich mit ihren im März bekannt gewordenen Hasstiraden als offensichtlich unzurechnungsfähig gezeigt hat.

Zweite Behauptung: Russland destabilisiert die Ukraine gezielt
„[…] steht Kiew vor einem kaum lösbaren Dilemma, wie es auf die von Russland gelenkten Provokationen in der Ost-Ukraine reagieren soll.„). Mir scheint es viel eher, als habe der vom Westen mitangezettelte aber leider völlig vermurkste Aufstand zur derzeitigen Situtation geführt. Ich will hier nicht falsch verstanden werden: Janukowitsch war offensichtlich korrupt, und man sollte ihm keine Träne nachweinen. Der Punkt ist vielmehr, dass man bei einem genauso korrupten aber prowestlichen Präseidenten sicher beide Augen zugedrückt und diesen gestützt hätte.

Dritte Behauptung: Die ukrainischen Sicherheits seien von prorussischen Elementen infiltriert. „[…] Dazu sind Teile der Sicherheitsdienste von prorussischen Elementen infiltriert.“.

Unglaublich ist diese Wortwahl für einen Ressortleiter Ausland. Schauen wir mal nach, was der Duden zur Bedeutung des Verbs infiltieren sagt: „in ein [Staats]gebiet, in eine Gruppe, eine Organisation o. Ä. eindringen [lassen] und ideologisch oder religiös unterwandern“ Aha. Dann ist für das Vorhandensein prorussischer Tendenzen im ukrainischen Behörden und im Militär sicher nicht auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Ukraine ein Land mit zwei Kulturen ist, von denen eine russisch ist… Den Teil der ukrainischen Bevölkerung, die sich kulturell Russland zugehörig fühlt, mit klar diffamierender Absicht als „Elemente“ zu bezeichnen, welche die Einrichtungen Ihres Staates mit finsteren Absichten unterwandern, ist ein angemessener Stil für die Schmierblätter, aber nicht für ein Medium, dass sich einen gewissen journalistischen Anspruch auf die Fahnen schreibt.

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